PRISON – Die Schaufenster-Lesetour von Gerald Eschenauer

PRISON – Die Schaufenster-Lesetour von Gerald Eschenauer

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Ein Mann im Schaufenster. Hinter Glas. Auditive und visuelle Projektion. Trennung vollzogen. Legitim. Im Innen alleine, dem zaghaften Außen per gebotener und vorgeschriebener Distanz Kultur vermittelt. Eine Lesung. Eine Interaktion. Lass dich bezaubern! Sprich mit der Kunst! Der Unbestimmtheit der österreichischen Bundesregierung eine Absage erteilt. Wir wollen Kultur! Wir brauchen Literatur! Alle Auflagen erfüllt. Los geht’s. In den sich häufenden leeren Schaufenstern der Innenstädte zieht temporär Kultur die Register.

Gerald Eschenauer, Literat und Künstler aus Villach setzt sich für einen Nachmittag ins Schaufenster. Der Künstler liest aus seinen Werken. Fordert sein Recht auf Ausübung der Kunst. Eschenauer tritt in Interaktion mit den vorbeiziehenden und kurz haltenden Menschen. Unter strengster Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen braucht es den Dialog. Kommt gaffen! Kommt es zu Abmahnungen, zu Verhaftungen? Die Trennung durch die Glasscheiben ist gewährleistet. Die Trennung von Herzen hebt der Künstler für Augenblicke auf. Eschenauers Protest richtet sich an die österreichische Bundesregierung. „Auf. Zu. Vielleicht. Zu. Auf. Keine Kunst. Wir werden sehen. Vor Weihnachten. Nach Weihnachten. Vor den Ferien. Nach den Ferien. Vor Ostern – nach Ostern.“ Schauplatz der Kunstinterventionen sind Kärntens LEER-Stände in den Innenstädten. Ein Blick entlang der Hauptplätze übertrifft alle Befürchtungen. Ein Drittel bis die Hälfte aller Geschäfte, Restaurants, Dienstleister sind ausgezogen. Haben die sonderbare Situation, die längst eine besorgniserregende Alltäglichkeit erreicht hat – nicht überlebt.

PRISON – 20 oder 21 Lesungen aus dem Schaufenster.
Gerald Eschenauer begibt sich mitten in die verwaisten Städte, bevölkert die entmenschten Innenstadträume und nistet sich kurz in die Schaufenster ein. Nach dem Gau entsteht zaghaft kulturelles Leben. Eine Stunde liest und erzählt der Kärntner Dichter in Interaktion mit dem vorüberziehenden Publikum. Es beginnt mit einer musikalischen Trauerminute. Ein Starren auf die Pflastersteine, die vom Sterben der heimischen Wirtschaft und Kultur flüstern

Mehr über Gerald Eschenauer

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Date And Time

2021-05-08 @ 15:00 to
17:00
 

Ort

 
 

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